Bagan – die Stadt der tausend Tempel

Bagan – die Stadt der tausend Tempel

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…eigentlich sind es sogar zweitausend… 😉

Morgens um 4 Uhr erreichen wir die zentrale Bushaltestelle in Nyaung U. Nun heißt es: Schlafplatz suchen. Ein Schwarm Horse-Car-Fahrer begrüßt uns- wir gehen erst mal dankend weiter. Mit dem Rucksack auf dem Rücken stiefeln wir los. Es ist kalt. Etwas nervös sind wir schon, weil wir ja im Vorfeld des öfteren gehört hatten, wie schwer sich die Unterkunftssuche hier in Myanmar gestalten könnte. Das erste Hotel tut sich vor uns auf. Schick und komfortabel sah es aus. Der Preis: genauso. Die Zimmer: belegt. Weiter geht´s auf der verlassenen Hauptstraße Richtung Zentrum. Die meisten Unterkünfte scheinen noch geschlossen zu haben. Nach zwei erfolglosen Klopfversuchen sichten wir einen Horse-Car-Fahrer an einer kleinen Kreuzung.

„Ach komm, wir können ja mal fragen…“

Nach einigen Verhandlungen sind wir uns einig. Für einen Dollar will er uns zu einer günstigen, guten Unterkunft zwischen Nyaung U und Old Bagan fahren. Ehrlich gesagt waren wir doch recht froh, nicht mehr laufen zu müssen. Eine Nacht am Flughafen Taipeh, eine im Bus: wir waren etwas fertig.

 

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Eine Fahrt mit dem Horse-Car können wir nur empfehlen

Die Fahrt war lustig. Unserer Fahrer redselig. In gebrochenem Englisch erzählte er uns von seiner Familie, seinem Pferd, er wollte uns unbedingt noch das Feld zeigen, an dem die Heißluftballons wenig später startbereit auf Touristen warten würden… wir hatten das Gefühl, er hatte Spaß. Die erste Unterkunft, an der er hielt war bereits belegt. Dann ging´s zum „Winner“. Hier hatten wir Glück. Nach einigen lautstarken aber offenbar freundlichen Verhandlungen mit dem Inhaber wurden uns die Zimmer gezeigt und wir beschlossen: es langt. Eine Dusche auf dem Zimmer brauchten wir nicht. Für´s erste genügte uns einfach nur ein Bett. Mehr als zufrieden verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer, wollten noch Trinkgeld geben, weil er sich wirklich richtig Mühe gegeben hatte und wir so viel Spaß mit ihm auf der Fahrt hatten- aber er lehnte dankend und lächelnd ab.

Die Unterkunft

Das „Winner“ zwischen Nyaung U und Old Bagan:

 

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Das Winner zwischen Nyaung U und Old Bagan- wir waren superzufrieden

Preis: 20 USD für ein Doppelzimmer inkl. Frühstück und mit Gemeinschafts-WC und warmer Gemeinschaftsdusche

Minus: 

  • Das Fenster bestand aus einem vergitterten Loch in der Wand mit Vorhang, es gab ein Bett und einen Tisch, die Wände waren mintgrün getüncht. Schön ist anders. Da wir schon mit schangeligen Unterkünften und der ein oder anderen Nacht am Flughafen gerechnet hatten, hatten wir unsere Trekkingmatten und Schlafsackinlets dabei. – Gib Bettwanzen keine Chance!

Plus: 

  • Warme und saubere Gemeinschaftsdusche
  • sauberes WC
  • günstige Leihfahrräder für 1500 Kyat
  • nette und entspannte Leute
  • Frühstück mit extra Toast auf Nachfrage
  • zentrale Lage, mit dem Fahrrad keine fünf Minuten bis Old Bagan, wo all die Tempel stehen
  • zuverlässige Vermittlung von Bustransfers und Taxen

Die Stadt

Bagan zählt zu den größten archäologischen Stätten Asiens. Auf einer Fläche von 36 Quadratkilometern kannst du über 5000 Tempel -Ruinen besichtigen, von denen 64 im alten Stil wieder hergestellt wurden. Eigentlich unterteilt es sich in die Ortsteile New Bagan, Old Bagan und Nyaung U. Das Verkehrsaufkommen ist -abgesehen vom Zentrum in Nyaung U- gering. Ab und zu kreuzen Ochsenkarren oder Mofas deinen Weg, öfters mal eine Pferdekutsche, zur Dämmerung auch der ein oder andere Touristenbus. Wir empfanden das Fahrrad wirklich als das beste Verkehrsmittel. Du kommst schnell von Pagode zu Pagode, bist ungebunden und flexibel. Fahrräder mieten kannst du unkompliziert an fast jeder Unterkunft.

 

Nicht selten kreuzen Ochsenkarren deinen Weg
Nicht selten kreuzen Ochsenkarren deinen Weg

Weitere Infos zu Bagan findest du hier auf Wikipedia.

Eintritt

Ein Bagan Ticket kostet 15 USD bzw. alternativ 15 EUR (Stand Febr. 2014).

Unser Reiseführer sagte, dass  man den Eintritt schon direkt im Flugzeug, Boot oder Bus bezahlen müsse. Wir selbst wurden zunächst nirgends nach einem Ticket gefragt und uns wurde auch keins angeboten. Erst als wir am ersten Abend den Sonnenuntergang von der Shwesandaw Pagode aus sehen wollten, wurden wir am Eingang nach unserem Ticket gefragt und dann direkt freundlich zum Ticket-Schalter (einem Klapptischen) geführt.

Essen und Trinken

…bekommst du überall. Wir haben am ersten Abend das Queen einige Meter von unserer Unterkunft entfernt aufgetan und waren direkt begeistert- sowohl für Fleischesser wie auch für Vegetarier viel Leckeres dabei. Essensstände und kleinere Restaurants findest du aber an jeder Ecke, besonders an der Hauptstraße in der Nähe vom Sarabha Tor. Dort gibt es eine Art Markt.

 

Das Queen- unser Restaurant-Favourite in Bagan
Das Queen- unser Restaurant-Favourite in Bagan

Das Klima

Bagan besteht überwiegend aus sehr trockener Steppenlandschaft, weil seinerzeit zum Bau der Tempel und Pagoden alles ringsherum abgeholzt wurde. Das Holz wurde überwiegend für die Brennöfen benötigt, in denen die Ziegel gehärtet wurden. Nun baut man hier nur noch Erdnüsse, Sesam und Tabak an. Wir waren im Februar dort. Die Sonne ging recht früh unter (ca. 18.00 Uhr), dafür aber auch schon gegen 5.30 Uhr morgens wieder auf. Nachts wurde es deutlich kühler, ab 18.00 Uhr war es gut, einen dünnen Fleecepulli dabeizuhaben. Am heißesten wurde es gefühlt eigentlich gar nicht so sehr mittags, sondern erst gegen 14.00 Uhr/ 15.00 Uhr. Unbedingt Tuch oder Mütze mitnehmen und gut eincremen! Hier findest du die Klimatabelle für Bagan

Unsere Highlights

1. Zweifelsohne der Sonnenuntergang von der Shwesandaw Pagode aus

Wenn du nun aber auf idyllische Zweisamkeit hoffst- hier bitte nicht. Stell dich darauf ein, dass den eindruckvollsten Sonnenuntergang in ganz Old Bagan neben dir vielleicht auch ein bis zwei weitere Touristen anschauen möchten… vielleicht auch ein paar mehr.

Wir sind eher durch Zufall drauf gekommen, als wir ein Mädel am Thatbyinnyu Tempel (übrigens auch toll anzusehen!) nach einem guten Sonnenuntergangsort fragten. Wir waren gegen 17.00 Uhr dort und genossen die fantastische Aussicht, als kurz darauf die zahlreichen Busse mit anderen Touristen vorfuhren. Der Trubel begann. Aber irgendwie war´s trotzdem schön! 🙂

 

Alleine sein wirst du nicht auf der Shwesandaw Pagode kurz vor Sonnenuntergang...
Alleine sein wirst du nicht auf der Shwesandaw Pagode kurz vor Sonnenuntergang…
Old Bagan
…dafür hast du einen sensationellen Blick über die Stadt…
Old Bagan
…und den traumhaftesten Sonnenuntergang ever!

 

2. Der Hafen mit seiner Bupaya Pagode und den Essenständen

Ein entspannter Ort zum Verweilen mit recht wenigen Touristen. Links neben der Pagode führen ein paar Stufen hinab zum Wasser. Links davon kannst du gemütlich Kaffe trinken und in Öl Gebackenes probieren.

 

Der kleine Hafen von Bagan
Der kleine Hafen von Bagan
Von oben kommend reihen sich links von der Pagode viele kleine Stände aneinander, die zum Verweilen einladen
Von oben kommend reihen sich links von der Pagode viele kleine Stände aneinander, die zum Verweilen einladen
Hier gibt´s auch Getränke und frisch Frittiertes
Hier gibt´s auch Getränke und frisch Frittiertes

 

3. Kokosnussmilch-Trinken

Sensationell!!! Frische, leckere Kokosnüsse bekommt du wirklich an jeder Ecke

 

Kokosnuss-Trinken: eins unserer absoluten To Dos für dich!
Kokosnuss-Trinken: eins unserer absoluten To Dos für dich!

 

4. Mit dem Fahrrad gemütlich von Pagode zu Pagode streifen…

…immer wieder neue Wege zu entdecken und überall neugierig sein Näschen reinzustecken (vorsicht:  Schlange! 😉 )

 

2000 Tempel und rund 5000 Ruinen- es gibt viel zu entdecken
2000 Tempel und rund 5000 Ruinen- es gibt viel zu entdecken
...Und zu erklettern...
…Und viel zu erklettern…

 

Alles in allen müssen wir sagen: Bagan ist in unseren Augen ein absolutes Muss für Myanmar-Reisende!

Von hier aus wollten wir eigentlich weiter nach Mandalay. Nach einigen Gesprächen mit anderen Backpackern, die nicht so sehr begeistert waren und einem Bericht von einem Engländer, der einige Tage zuvor eine Trekkingtour von Kalaw zum Inle Lake gemacht hatte, beschlossen wir: das wollen wir auch! Also schmissen wir unsere ursprüngliche Route spontan um und buchten den Bus nach Kalaw.


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