LEBENSLÄNGLICH | Die Geschichte hinter meinem TRAVEL TATTOO

LEBENSLÄNGLICH | Die Geschichte hinter meinem TRAVEL TATTOO

Setzen Sie sich einen Anker! Tragen Sie immer etwas mit sich, dass Ihnen zeigt, was Sie im Leben brauchen und wollen um glücklich zu sein!

Die Psychologin schaut mich mit einem zufriedenen Lächeln an.

Fünf Wochen ohne Arbeit liegen hinter mir. Arbeit die ich so sehr liebe! Aber auch Arbeit , die mir zum Schluss so viel genommen hat, von dem was ich neben ihr auch noch liebe. Und was ich brauche als Ausgleich, um gesund zu bleiben. Über die letzten Monate hinweg war ich in eine Spirale hinein geraten, aus der ich mich plötzlich nicht mehr alleine befreien konnte.

„Sie haben rechtzeitig alle Warnsignale erkannt und gehandelt“ nickt sie mir zu.

Nun. So ganz stimmt das nicht. Magenschmerzen, Übelkeit, Lidflattern, Kopfweh, …. Das alles hatte ich schon einige Wochen mit mir herum getragen und wusste, dass ich einen Gang zurück schalten muss. Gekonnt hatte ich es nicht mehr.

Und nun saß ich hier. Montag würde ich zurück in den gewohnten Alltag kehren, der doch ein neuer werden würde. Denn in den letzten 5 Wochen hatte ich mich wiedergefunden. Hatte Dinge wieder gefunden, die mir zuletzt irgendwie abhanden gekommen waren: Ich hatte vergessen, wie sehr ich es liebe zu kochen, wie gut es tut, einfach nur da zu sitzen und Musik zu hören, ein Buch zu lesen bei einer Tasse Tee…. Jeden Morgen mit Andy und Akim gemeinsam spazieren oder joggen zu gehen, statt total kaputt doch noch eine halbe Stunde länger im Bett liegen zu bleiben. Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die eigentlich doch eine so enorme Bedeutung für uns haben.

Nun suche ich nach einem Ankerpunkt für mich. Etwas das mich immer daran erinnert, diese kleinen Dinge im Alltag am Leben zu erhalten. Auf der einen Seite mag ich mag Glücksbringer und kleinen Schnickschnack. Auf der anderen Seite schleppe ich ungern viel mit mir herum.

Ein Schlüsselanhänger? Zu klobig. Ein Ring? Ich mag nicht zu viel Schmuck an mir. Alles an Schmuck was ich trage verbindet mich mit Andy. Aber noch mehr Schmuckstücke möchte ich nicht.

Eigentlich jedoch weiß ich schon, was ich will. Was mein neuer Anker werden soll.

In diesen letzten Wochen, in denen ich mich so sehr auf mich selbst konzentriert habe, ist diese Idee gewachsen.

Ein eigentlich lang gehegter Wunsch, den ich nie umgesetzt hatte. Denn würde ich ihn mir erfüllen, würde ich ihn nicht mehr rückgängig machen können. Er würde wie ein Brandmal auf mir haften. Lebenslänglich. Er könnte mir meinen Job etwas schwerer machen, vielleicht bereue ich es es irgendwann.

Ein Travel Tattoo.

Doch die letzen Wochen haben meine Zweifel weg gewaschen.

Zwei Tattoos besitze ich bereits an unauffälligen Stellen. Optisch gefallen sie mir nicht mehr so recht. Das eine habe ich bereits 13 Jahre lang, das andere ist 21 Jahre alt.

Oft hatte ich überlegt sie entfernen zu lassen. Doch in den letzten Wochen haben sie mir Kraft gegeben. Warum? Weil ich die Entscheidung damals mit Bedacht getroffen hatte. Weil sie Bedeutungen haben, mit denen ich mich noch immer zu 100% identifizieren kann. Das chinesische Zeichen auf meinem Rücken habe ich mir 1998 stechen lassen. Damals stand ich noch ganz am Anfang meines Theologie Studiums. Es bedeutet Segen. Und tatsächlich fühlte es sich als es mir schlecht ging oft an, wie eine starke, schützende Hand, dort auf meinem linken Schulterblatt.
Der Schriftzug auf meinem Ringfinger ist lateinisch und bedeutet Glaube und Vertrauen. Für mich ist er Symbol für meinen Glauben an Gott und das Vertrauen in mich selbst.

Gleichzeitig stehen diese beiden Tattoos auch für zwei unterschiedliche Leben. Zunächst das wilde, Party- Studentenleben. Freiheit, wenig Geld, große Träume aber auch Existenzängste. Dann meine erste langjährige Beziehung, der erste feste Job. 12 rastlose Jahre immer weiter auf der Karriereleiter, Haus kaufen, renovieren, größeres Haus suchen, kaufen, kernsanieren, schließlich das gemeinsame Glück suchen und nicht wiederfinden bis hin zum Entschluss, dass für uns das Glück wohl doch in unterschiedlichen Dingen liegt.

Seit ein paar Jahren bin ich nun angekommen in einem neuen Leben, das sich so richtig anfühlt wie kein anderes zuvor. Ich habe mich wiedergefunden und die Dinge, die mich glücklich machen. Das Reisen, das Draußen-Sein, die Abenteuerlust, das Leben mit Hund, ….

Verdient nicht auch dieses Leben eine bleibende Erinnerung? Einen Anker eben?

Tut es!

TU ES!

Ja, ich entscheide mich: ich tue es!

Ein neues Tattoo auf meinem Knöchel! Lange hatte ich Angst davor, da der Knöchel eine Stelle ist, die sich auf der Arbeit nur schwer verstecken lässt, wenn ich keine Hose sondern einen Rock trage. Das Tattoo auf dem Rücken? Sieht man nicht. Auf dem Finger? Dort trage ich auf der Arbeit für gewöhnlich einen großen Ring drüber. Aber auf dem Knöchel würde mir nur eine dicke Schicht Camouflage helfen um es zu verdecken.

Und so treffe ich eine Entscheidung, die plötzlich Symbol wird für eine bewusst neue Priorisierung in meinem Leben. Mit meinem neuen Anker setze ich ein Zeichen dafür, was mir wirklich wichtig ist: ich stelle Beziehung, Hobbys und Privatleben vor meine Karriere.

Ein bisschen wie ein Rebell fühle ich mich plötzlich!

Ob ich diesen Schritt irgendwann bereuen werde? Ich weiß es nicht.
Ich glaube es nicht.
Denn ich bin fest davon überzeugt: jede Entscheidung, die sich gut und richtig anfühlt in dem Moment, wo sie getroffen wurde, die sollte auch so sein.

Warum mein Travel Tattoo letztendlich kein Anker, sondern ein Kompass geworden ist? Nun, weil ich mich kurz verirrt hatte. Der Kompass soll mir immer den richtigen Weg weisen zu den Dingen, die mir wichtig sind.

„Home is, where your heart is. Don’t lose your way there (again)“

Sagt es mir nun jedes Mal, wenn ich es ansehe. Und das fühlt ist verdammt gut an!

(Diese Fotos wurden 5 Tage nach dem Stechen aufgenommen. Das Tattoo ist hier noch nicht vollständig verheilt und wird nun noch nach und nach etwas an Intensität und Rötung verlieren- neue Fotos folgen 😊)


Gleichzeitig habe ich übrigens auch mein Tattoo auf dem Rücken aufhübschen lassen. Das Zeichen für Segen wurde erneuert und um eine Friedenstaube ergänzt. Im Christentum steht die Taube für den Geist Gottes. In vielen Kirchen hängt sie oben von der Kanzel herab, als Symbol dafür, dass der Geist Gottes über den predigenden Pfarrer wacht.
Nun fühlt es sich nicht nur an wie eine starke Hand auf meiner Schulter, sondern als wache der Geist Gottes mit ausgebreiteten Schwingen über mich.

Wie könnte ich es jemals bereuen, meinem Herzen und Gott ein Symbol gegeben zu haben?


Miriam ❤️


Folge Andy und Miriam:

Hi, wir sind Andy, Miriam und Akim. Als zwei Vollzeit Angestellte meistern wir unseren Alltag in klassischen 9-5 Jobs und fühlen uns damit sehr wohl! Dass sich auch so ein Leben mit jeder Menge Abenteuer füllen lässt, zeigen wir dir auf unserem Blog