Reisen mit Hund- die besten Spontantrips. Teil 2: Großbritannien- ab auf die Insel

Reisen mit Hund- die besten Spontantrips. Teil 2: Großbritannien- ab auf die Insel

Und hier kommt Teil 2 unserer Sommerserie „Reisen mit Hund“. Wie auch schon bei Teil 1: Frankreichs schöne Küsten haben wir dir die Tour so zusammengestellt, wie wir sie unternommen haben. Und auch dieses Mal gilt: Sicherlich gibt es rechts und links des Weges noch so Manches, was wir nicht gesehen haben und das dich interessieren könnte. Also schnapp dir zusätzlich einen guten Reiseführer und stöbern los!


 

Großbritannien- ab auf die Insel

Tag 1

Anreise

Wir haben uns für die Anreise durch den Eurotunnel entschieden. Schnell, günstig und unkompliziert ist unser Fazit. Die Fahrt aus dem Ruhrgebiet nach Calais erweist sich als angenehm und kurzweilig, das Terminal ist von der Autobahn aus gut ausgeschildert. Informationen zur Anreise, Preisen und Vorbuchung gibt es auf der Internetseite vom Eurotunnel: http://www.eurotunnel.com/uk/home/ 

Hier solltest du auch auf jeden Fall vorher vorbeistöbern. Wir empfehlen dir unbedingt das Vorbuchen deiner Tour. Zwar sind wir gerne spontan unterwegs und legen uns nicht gerne auf starre Termine fest, jedoch erhältst du, wenn du ohne Vorbuchung dort aufschlägst, immer den dann aktuellen Preis, auch wenn es eine halbe Stunde später vielleicht laut Internet durchaus mal 150 EUR günstiger sein kann. Notfalls buche einfach kurz bevor du in das Terminal reinfährst von deinem Handy aus.

Auf der Anreise hatten wir mit 99 EUR den günstigsten Preis für die Fahrt um Mitternacht entdeckt und gebucht. Als wir bereits um 22 Uhr den Tunnel erreichten hatten wir das Glück, dass die Bahn noch gar nicht ausgebucht war und konnten sofort ohne Wartezeiten zum gleichen Preis mit einchecken.

Das ging ja tiefenentspannt

dachten wir uns und machten uns daher bezüglich des Rückweges keine Gedanken um eine Reservierung. Zwei Wochen später standen wir dann am Terminal in Folkestone, wo uns genau das o.g. passierte.

„Um wieviel Uhr ist die Durchfahrt am günstigsten?“

„Wir können Ihnen hier keine Durchfahrten reservieren. Wir buchen Sie direkt auf den nächsten Zug und der Preis ist immer 260 EUR“

„Aber wir können auch noch entspannt ein paar Stunden warten, wenn es nachts günstiger ist“

„Das geht leider nicht, wie gesagt…“

„Was wenn wir von hier aus per Handy online buchen?“

„Das können sie gerne tun, aber sie können hier auf dem Check-In-Gelände nicht warten, sie müssen dann noch einmal vom Gelände runter.“

Gesagt getan. Wir buchten den Zug um 23 Uhr für schlanke 76 EUR- was für ein Unterschied! Nun das zweite Problem. Die Check-In Area ist nicht dafür gedacht, dass Passagiere noch einmal rausfahren. Die nette Dame vom Schalter besorgte uns daher eine Eskorte, die uns mit Blaulicht vom Gelände führte- was für ein Spaß!

Das alles lief in unserem Fall echt auf Kulanz. Es hätte uns auch passieren können, dass wir- einmal in die Check- In Area reingefahren- gezwungener Maßen den hohen Ticketpreis für die nächste Fahrt hätten zahlen müssen.

Also wie gesagt: VORHER buchen!

Tag 2

Stonehenge

Um 4 Uhr nachts erreichen wir das mystische Stonehenge. Am Rand neben dem Feld entdecken wir eine Motorradgruppe beim Wildcampen. Das Zelt noch aufzuschlagen- darauf haben keine Lust mehr. Wir schlafen im Auto und stellen den Wecker auf 7 Uhr, um den Sonnenaufgang über der Felsformation nicht zu verpassen.

Als der Wecker klingelt können wir uns kaum bewegen. In der Ferne hören wir Schafe meckern. Erst mal Zähne putzen!

Dann geht es los- wir suchen einen guten Aussichtspunkt. Das Gelände um Stonehenge ist weiträumig abgesperrt. Zwischen den Felsen sehen wir kleine Punkte. Eine Menschengruppe schlängelt sich durch das Monument. Super! Denken wir uns! Da gehen wir jetzt auch erst mal hin! Am Haupteingang fängt uns ein Parkplatzwächter ab:

„Ihr könnt hier nicht drauf und ihr könnt hier nicht rein! Es ist geschlossen!“

„Aber da hinten sehen wir Menschen…“

„Special Tour.“ fertigt er uns unwirsch ab.

„Wann macht Ihr denn auf?“

„9.30 Uhr“ nuschelt er uns knapp an.

Mist! Langsam fahren wir um das große Feld herum. Auch die Motorradtruppe ist jetzt aus ihren Zelten gekrochen und versucht aus der Entfernung möglichst scharfe Fotos zu schießen. Am Stacheldrahtzaun recken weitere Schaulustige ihre Hälse. Nach langem Gesuche- die Sonne ist mittlerweile aufgegangen- finden wir an der Hauptstraße A303 einen guten Platz um doch noch ein paar Bilder zu machen- Zoom und Stativ sei dank.

Es ist erst 9 und als wir den netten Parkplatzwächter nach den Eintrittspreisen fragen wollen.

„Habt ihr es nicht verstanden??? Wir öffnen erst um 9.30 Uhr!“ schallte es uns entgegen, da hatten wir die Autoscheibe noch nicht ganz unten.

„Ach so, danke! Ja dann fahren wir jetzt mal und kommen einfach nie mehr wieder…“

Die Lust war uns vergangen. Also weiter. Nächster Stopp:

Tintagel

Tintagel ist heute einer der am häufigsten von Touristen besuchten Orte in England. Das liegt wohl überwiegend an der alten Burgruine, die du hier findest. Tintagel Castle sagt man nach, Zeugungsstätte von König Artus gewesen zu sein. Die Ruine selbst haben wir uns nicht näher angeschaut. Nachdem wir die Dame am Kassenhäuschen etwas charmant gelöchert haben, meinte sie, man würde tatsächlich außer dem alten Thronsaal, von dem auch nur noch die Fundamente übrig sind, nicht mehr viel sehen können, von der ursprünglichen Burg. Also sind wir den kleinen Rundweg entlangspaziert, haben das türkisfarbene Wasser bestaunt und eine kleine Kapelle mit einem uralten Friedhof ganz in der Nähe aufgetan, ehe wir zurück zum Auto kamen.

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Bude

Nachmittags erreichen wir Bude mit seinem wunderschönen Strandabschnitten und Klippen. Hier kannst du Cornwall erleben, wie es Rosamunde besser nicht hätte beschreiben können. Kleine Wege, eingerahmt in hohe, sattgrüne Hecken, niedliche Häuschen und schöne Küsten. Hier wäre ein klasse Ort, die Nacht zu verbringen, denken wir uns. Doch leider ist gegen 18.00 Uhr noch immer so viel Betrieb am Wasser, dass wir beschließen weiterzufahren. Die „No overnight parking“ Schilder tun ihr übriges… zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass sie auf unserem Weg durch Großbritannien unser treuer Begleiter bleiben sollten…

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Tag 3

Exmoor Nationalpark

Die A39 führt uns weiter Richtung Lynton und Lynmouth durch den Exmoor-Nationalpark. Der macht heute Englands Klischee alle Ehre- wir sehen kaum die Hand vor Augen, so nebelig ist es. Erst später lässt sich die ganze wunderschöne Pracht der Landschaft erahnen.

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Bath

Vorbei an Minehead und Bridgewater erreichen wir Bath. Bath, finden wir, ist ein wahres Juwel der Insel! Alles was du hier sehen kannst ist großartig! Zurecht wurde es zur UNESCO Weltkulturerbestätte erklärt. Besonders machen es seine heißen Quellen, aus denen die Römer bereits 43 n.Chr. begannen römische Bäder zu entwickeln. Ihre Spuren findest du an jeder Ecke. Eigentlich sogar fühlen wir uns hier den ganzen Tag wie in einem riesengroßen Freilichtmuseum. Tolle Tourenvorschläge durch die Stadt findest du z.B, hier: http://de.visitbath.co.uk/sehensw-rdigkeiten/tourenvorschl-ge

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Caerwent

Wirklich Zeit für Wales werden wir auf unserer Tour nicht haben. Aber einen Abstecher möchten wir auf jeden Fall noch mitnehmen: von Bath aus geht es über die Mautbrücke rüber  nach Caerwent, wo du durch tausend Jahre alte Überreste der alten Römerstadt Venta Silurum wandern kannst. Auf dem Parkplatz des Besucherzentrums treffen wir schließlich auf John Barnard, der hier arbeitet und uns erlaubt, unser Zelt auf der Rasenfläche neben dem Parkplatz aufzuschlagen. Morgens beim Frühstück präsentiert er uns stolz so manches Fundstück aus seinem Schätzkästchen und berichtet von vielen spannenden Geschichten, die er in seiner Zeit hier bislang erlebt hat.

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Von ihm erfahren wir auch, dass in Caerwent schon seit der Steinzeit Menschen gelebt haben, wie man anhand von Scherben und Steinen herausgefunden hat. Vermutlich lag der Grund dafür wohl darin, dass der Boden durch die Nähe zum Wasser sehr mineralstoffhaltig war. Nach und nach, zog es die Menschen dann aber immer weiter Richtung Wasser. Die Steine der alten Stadt nahmen sie einfach mit, um daraus ihre neuen Häuser zu bauen. Daher ist heute von der alten Römerstadt nicht mehr als die alten Fundamente übrig. Mehr über Caerwent und John findest du hier: http://www.caerwentromantown.co.uk/page1.php

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Wir sind begeistert davon, dass du überall in dem kleinen Dorf die Überreste der Vergangenheit findest, ganz ohne Absperrband, sondern für jeden zum Anfassen und direkt erlebbar!

Tag 4

Heute ist Meilenmachen angesagt. Den Vormittag kannst du noch wunderbar in Caerwent verbringen. Gegen Mittag solltest du dann aber los. Über die Autobahn geht es Richtung Glasgow und dann weiter Richtung Oban.

Tag 5

Oban

Hier solltest du vor allem eins tun: Whisky probieren! Oban ist bekannt für seinen gleichnamigen Classic-Malt Whisky. Seine Herstellung kannst du dir auf einem Rundgang durch das Besucherzentrum der Brennerei erklären lassen und am Ende der Tour auch von dem edlen Tropfen kosten, wobei du die dazu gereichten Gläser behalten darfst. Dass du hier das ein oder andere Schnäppchen machen kannst, solltet du nicht erwarten. Die Preise sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Whisky- Fans jedoch dürften hier dennoch auf ihre Kosten kommen. Eine solche Masse an unterschiedlichen und qualitativ hochwertigen Whiskys bietet wohl kaum ein heimischer Spirituosenhandel.

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Weiter gehts zur Isle of Skye. Ein Zwischenstopp bietet sich auf jeden Fall am Loch Cluanie an.

Loch Cluanie

An diesem schönen Stausee in den Highlands kannst du wunderbar ein wenig die Seele baumeln lassen. Wir haben im Kies gepicknickt und ein paar Würfe in den See gemacht (das Anglerherz kann nicht anders) 😉

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Eilean Donan Castle

Und? Kommt dir diese Burg irgendwie bekannt vor? Genau! Das Eilean Donan Castle war unter anderem Schauplatz der Highlander Saga. Auch James Bond „Die Welt ist nicht genug“ wurde hier gedreht. Aber nicht das alleine macht die Burg zu einem einzigartigen Ort. Wir waren etwas wehmütig, dass wir erst so spät ankamen, dass wir nicht mehr hinein konnten. Die Führungen sollen wirklich toll sein! Worauf du dich natürlich einstellen musst ist, dass es sich hierbei um eine Touristenattraktion erster Güte handelt. Also mit Idylle und Natur ist hier rundherum nicht viel… Dennoch sagen wir: wenn du eh in der Nähe bist ist das absolut ein Must-Have-Seen!

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Wenn du nicht hier in der Nähe die Nacht verbringen und am nächsten Morgen eine Tour durch die Burg mitmachen willst, geht es für dich nun noch weiter zur legendären Isle of Skye.

Isle of Skye

Die ganze Insel fühlt sich an wie ein riesiges Fischernest! Unser Tipp: Beschließe den Abend gemütlich in einem der Pubs am Hafen von Portree. Dort gibt es klasse frische Fish ´n Chips mit leckerem Bier!

Uns zog es zur später Stunde noch weiter zum Point Neist, wo wir auf einem Parkplatz Nähe des Leuchtturms die Nacht verbrachten. „No overnight parking“ hieß da. Hinzu gesellte sich ein „Dogs stricktely forbidden“ Schild. Sehr ärgerlich- wir blieben trotzdem. Skar durfte seine Toilettenrunde an der kurzen Leine drehen- es war ja schließlich so stockfinster und windig, dass sich eh niemand außer uns hierher traute…

Tag 6

Neist Point

Eine atemberaubende Landschaft eröffnet sich dir, wenn du den Wanderweg vom Besucherparkplatz aus Richtung des alten Leuchtturms nimmst. Hunde sind hier übrigens nicht erlaubt, weil überall Schafe wild umher laufen, haben wir am nächsten Morgen bei Tageslicht festgestellt. Skar musste daher eine Weile alleine im Auto bleiben, während wir uns aufmachten. Die Strecke ist aber absolut überschaubar, so dass wir nicht lange unterwegs waren. An die Klippen solltest du dich nicht zu nah heranwagen. 2013 kam hier offenbar ein Besucher zu Tode, weil er irgendwo in der Nähe des Parkplatzes über 100 Meter in die Tiefe stürzte.

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Früher schien es übrigens auch möglich gewesen zu sein, im Leuchtturm zu übernachten. Auf unserer Recherche haben wir aber keine aktuellen Infos hierzu mehr finden können. Das wäre natürlich ansonsten noch der Mega-Übernachtungstipp – wenn auch für ohne-Hund-Reisende, denn dein Vierbeiner darf hier ja leider nicht aus dem Auto raus.

Den Rest des Tages solltest du nutzen, um die Isle of Skye zu erobern. Wenn du noch etwas mehr Zeit auf deiner Tour hast, kannst du hier durchaus noch einen Tag dranhängen.

Wir haben in einem der traumhaften Fjorde an einem verlassenen Fischerhaus gegessen und ein wenig geangelt, ehe wir die Küste entlang vorbei am Dunvegan Castle nach Quiraing fuhren.

Quiraing

Wir können es noch immer nicht aussprechen… Einheimischen zeigten wir immer nur unseren Reiseführer, wenn wir unterwegs nach dem Weg fragten. Sie sprachen es aus, wir sprachen es nach, sie sprachen es noch einmal aus, wir noch einmal nach… irgendwann ist es Zeit sich damit abzufinden, dass man nicht jeden Zungenbrecher auf diesem Kontinent beherrschen muss.

Total egal. Zu recht beschreibt Stephan Godmann auf myhighlands.de Quiraing als den schönsten Blick auf Skye. Genauso wie das Eilean Donan Castle wirst du auch den nicht für dich alleine haben. Aber auch hier lohnt sich der Besuch dennoch. Wir tapsen mit unseren Wanderschuhen durch den sumpfigen Grund. Es hat geregnet die Nacht zuvor und immer noch fisselte es leicht vom Himmel. Wir knüpfen Kontakt zu einer Chinesin, die mit ihrem kleinen Sohn auf einwöchiger Europatour ist, finden ein nettes Pärchen, das uns in diesem traumhaften Panorama fotografiert (so wie Aldi-Kompaktkamera-Hobbyfotografen eben Fotos mit einer DSLR machen) und saugen die nach Moos und Feuchtigkeit riechende frische Luft tief in unsere Lungen. Hier ist Skar wieder gefragt. Er darf sich an der langen Leine bewegen, umhertollen und wird Streicheltier- Besucherattraktion und beliebtes Fotomotiv.

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Anschließend geht es Nordwärts. An den Falls of Measach schlagen wir unser Nachtlager auf.

Tag 7

Von den Falls geht es weiter über Ullapool hoch nach Durness.

Einen lohnenswerten Zwischenstopp solltest du an der Ruine vom Ardvreck Castle einlegen. Im Nachhinein wäre das ein perfekter Übernachtungsplatz gewesen. Wenn du auch als Wildcamper on Tour bist, solltest du dir die Fahrzeiten so legen, dass du hier schlafen kannst

Ardvreck Castle

Sagen und Mythen ranken sich um das alte Gemäuer, das von den Geistern seiner Vergangenheit bewohnt sein soll. Die Geschichten rund um die Burg, sowie eine tolle Anfahrtbeschreibung findest du hier: http://www.myhighlands.de/ardvreck-castle-macleod-seine-tochter-und-der-teufel/

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Uns hat besonders die Ruhe und Idylle gefallen. All das, was du an den typischen Touristenhotspots nicht finden kannst. Ganz alleine waren wir inmitten dieser sagenhaften Landschaft. Gehe ein wenig spazieren, halte deine Füße in den See, der am Ufer durch seinen Kiesstrand kristallklar gewaschen erscheint, stöbere durch die alten Burgruinen und genieße die Atmosphäre.

Durness

Je nachdem, wie lange du dich wo zwischendurch aufhältst erreichst du gegen Mittag Durness. Hier am nord-westlichsten bewohnten Ort des Britischen Festlandes kannst du auch entspannt länger bleiben. Neben der Touristeninfo findest du direkt einen wunderschön gelegenen Campingplatz oberhalb der majestätischen Klippen, die steil abfallen hinab in den bei Ebbe freigespülten fast weißen Sand. Von hier aus kannst du tolle Wanderungen unternehmen und Höhlen besichtigen, die leider als wir dort waren gerade nicht öffentlich zugänglich waren. Umfangreiche Infos bekommst du im Touristenbüro.

Tag 8

Strandtag Durness und Bettyhill

Mache ausgedehnte Standspaziergänge oder spiele z.B. eine Runde Beachball oder Volleyball am Meer. Angler können von den Klippen am Campingplatz ihr Glück versuchen.

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Wir machen uns abends auf nach Bettyhill, wo wir in der Einmündung des River Naver beim Angeln irgendwie die Flut verpennen und schließlich knietief durch das eisige Wasser zurück zum Auto stiefeln.

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Skar genießt die leinenfreie Zeit am Strand, jagt Vögeln hinterher und watet zufrieden schwanzwedelnd durch den Fluss.

Tag 9

Weiter nach Norden geht´s nicht mehr. Also was tun? Genau! Richtung ändern! Es geht ostwärts!

Immer der Küste entlang ist dein nächster Haltepunkt der

Dunnet Head

Der nördlichste Punkt Schottlands lädt dich heute zum Picknicken ein. Bei guten Sichtverhältnissen kannst du hier bis nach Cape Wrath sehen, wo die Britische Insel endet,  und Papageitaucher beobachten.

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Falls of Shin

Wir folgen den Schildern zum Besucherzentrum, doch außer einem alten Fundament, einem Holzpavillon und einem Spielplatz finden wir nichts. Warum? Weil das Besucherzentrum 5 Monate vor unserer Tour durch ein Feuer vollständig heruntergebrannt wurde. Entsprechend alleine hatten wir die Location dann auch für uns. Schon vom Parkplatz aus kannst du die Wassermassen tosen hören. Geh einfach immer deinen Ohren nach und schon bald werden deine Augen sehen, was deine Ohren schon längst gehört haben: Gewaltig schießen hier die Wassermassen hinab. Er ist zwar nicht hoch, der Wasserfall, aber dafür umso kräftiger, wilder und tosender!

Wenn du noch etwas zu Essen suchst, kannst du dich hier in der passenden Jahreszeit wunderbar aufmachen und Pilze sammeln.

Tag 10

Nächster Halt:

Loch Ness.

Ja, du kannst es nicht auslassen auf deinem Schottland-Besuch. So überbewertet die Nessi- Attraktion auch sein mag, sie gehört einfach dazu! Bummle durch die witzigen Souvenir Shops und schau dir Filme und Ausstellungen zu Nessi und der Forschung rund um den sagenumwobenen See im Loch-Ness- Besucherzentrum an.

Auch für deinen nächsten Stopp solltest du auf jeden Fall genug Zeit einplanen.

Glenmore in den Cairngorm Mountains

Die Cairngorms bilden die größte hochgebirgsähnliche Berggruppe der gesamten britischen Inseln.

Hier im Glenmore Forest Park kannst du dich als Naturbegeisteter voll austoben. Von tollen Wanderwegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden über Kanufahren, Radfahren, baden…. alles geht. Hol dir mehr Infos hier: http://scotland.forestry.gov.uk/forest-parks/glenmore-forest-park

Wir ärgern uns im Nachhin etwas, dass wir nicht länger geblieben sind. Also plane hier ruhig ein bis zwei Tage mehr ein, wenn es deine Urlaubszeit hergibt!

Tag 11

Auf zum Blair Castle!

Für stolze 10 Pfund Eintritt bekommst du hier einiges geboten. Auch hier kannst du im Grund genommen einen ganzen Tag verbringen. Wenn du erst einmal den weiten Weg über eine breite von alten Bäumen gesäumte Allee genommen hast, stehst du am Eingang einer weitläufigen Parkanlage. Imposant ragt das riesige sauber weiß getünchte Schloss empor. Hier kannst du neben einer Besichtigung auch tolle geführte Unternehmungen buchen, wie Wanderungen und Ponytouren. Infos und Bilder findest du hier: http://www.blair-castle.co.uk/visit_castle.cfm

Wenn du hier nicht den ganzen Tag verbringen magst, bietet sich auf dem Weg südwärts ein Abstecher zum bekannten Falkirk Wheel an.

Das Falkrik Wheel

Was du hier bewundern kannst ist ein riesenradähnliches Schiffshebewerk, das einzigartig auf der Welt ist. Die 2002 eröffnete Anlage ersetzt eine alte Schleusentreppe von rd. elf Schleusen und besteht aus zwei Gondeln, die jeweils die Flüsse Clyde und Forth miteinander verbinden. Durch eine halbe Drehung des Rades werden Boote, die unten in die Gondel eingefahren sind hoch, und Boote, die oben eingefahren sind etwa 24 Meter hinunter transportiert. Gerade bei schönem Wetter lädt die Gegend ein, rund um die Anlage herum zu spazieren und den Menschen auf den Booten fröhlich zuzuwinken, während sie „Riesenrad“ fahren.

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Tag 12

Back to England. Entweder du machst dich am Vorabend noch auf, oder du erreichst sie heute erst:

Rievaulx Abbey

In der Nähe von Helmsley in North Yorkshire findest du dieses kleine kuschelige Nest das eingenommen wird von der gewaltigen Ausstrahlung der alten Kirchenruine.

1132 gegründet, lebten dort 1142 schon über 300 Mönche. Verschuldet durch eine Epidemie, die eine Vielzahl der wirtschaftlich wichtigen Schafe dahinraffte, sowie durch zahlreiche Raubüberfälle im 14. Jhd. waren die Mönche schließlich gezwungen, sich wieder zu verkleinern und Teile der Ländereien zu verpachten. 1538 folgte dann die Schließung der Abtei durch König Heinrich den VIII.

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Was dir nun geblieben ist, ist der eigentlich schon fast surreale Anblick der gewaltigen Ruine eingebettet in dörfliche Idylle. Spaziere durch die engen Gassen und wenn du magst, auch durch die Überreste des alten Kirchenschiffes. Das Parken kostet hier 4 Pfund, der Eintritt zur Abbey noch einmal 6 Pfund extra p.P.

Tag 13

Südengland

Mondän geht deine Tour zu Ende.

Eastbourne

„The Sunshine Coast“ wird sie auch genannt, wohl, weil man ihr nachsagt, die Stadt in England mit den meisten Sonnenstunden zu sein. Und so erlebst du hier echtes, typisches südenglisches Standbad-Flair. Hier gibt es diverse Theater, Parkanlagen und natürlich den 304 Meter langen und 20 Meter breiten Pier auf dem sich Restaurants und Vergnügungseinrichtungen befinden. Bei Sonnenschein und blauem Himmel fast schon ein wenig kitschig…

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Seven Sisters

Wenn du schon einmal im Süden bist, darfst du das nicht verpassen! Sattes Grün, tiefes Blau und blendendes Weiß, das sind die Sieben Schwestern. Eine Kette aufeinanderfolgender Kreidefelsen entlang der Küste zwischen Eastbourne und Seaford.

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In Großbritannien mit dem Hund

Beachte hierzu die Hinweise des Auswärtigen Amtes:

Du kannst deinen Hund mit nach GB nehmen, wenn er einen Mikrochip und einen EU- Heimtierausweis hat. Eine gültige Tollwutinpfung ist unbedingt vonnöten und muss im Impfpass eingetragen sein, ebenso der Nachweis einer aktuellen Bandwurmbehandlung kurz vor Reiseantritt. Weitere Infos findest du hier: www.gov.uk.

Außerdem solltest du auf jeden Fall noch einmal mit deinem Tierarzt sprechen- zu ihm musst du ja ohnehin wegen der Wurmkur.

Bei der Fahrt durch den Euro-Tunnel gibt es eine extra-Durchfahrt für Tierbesitzer. Hier kommst du noch einmal an einem Büro vorbei, wo du deinen Vierbeiner kurz vorstellen musst und seine Papiere gecheckt werden. Das Prozedere verlief bei uns sehr unkompliziert und schnell. Wenn du noch auf deinen Zug warten musst, gibt es hier sogar einen Agilty-Bereich in dem du dir mit deinem Kumpel prima die Zeit vertreiben kannst.

Generell hatten wir null Probleme mit Skar unterwegs. Wenn wir unsere GB-Tour aber mit anderen Urlauben z.B. in Skandinavien oder Frankreich vergleichen, musst du natürlich schon beachten, dass du hier öfters mal auf ein „Dogs forbidden“ Schild stoßen wirst- vermutlich wegen all der freilaufenden Schafe…

Wo schlafen?

Wir waren natürlich wieder mit Auto und Zelt unterwegs, haben aber auch das nicht so unkompliziert erlebt wie zum Beispiel in Frankreich oder Skandinavien. Gerade in England hast du viele mit hohen Hecken bewachsene Privatgrundstücke. Freie Natur und Grünflächen waren echt schwer zu finden, ebenso wie Rastplätze auf denen wir im Sitzen hätte kochen können. Viele „No overnight parking“ Schilder sorgten zusätzlich dafür, dass wir noch nicht einmal den Wagen irgendwo nachts unbesorgt stehen lassen konnten. In Schottland wurde das Ganze dann wieder einfacher und angenehmer, war aber dennoch kein Vergleich zu den komfortablen Verhältnissen, die wir bislang in anderen Ländern vorgefunden hatten.

Wenn Du keine Lust hast, lange ein geeignetes Plätzchen zu suchen, schau vorher mal hier vorbei: http://www.camping.info/großbritannien/campingplaetze?showtab=equip Hier findest du einen Überblick an Campingmöglichkeiten mit Hund, zum Teil bieten die Plätze auch Mobilheime an- falls du nicht so gerne im Zelt schläfst. Preislich solltest du mit etwa 12-30 Pfund pro Nacht rechnen. Die beiden Plätze, die wir gesehen haben, waren noch dazu recht einfach.

Was essen?

Fish ´n chips natürlich!!!

also wenn du schon mal dort bist, darfst du dir das auf gar keinen Fall entgehen lassen! Ansonsten findest du alles was du brauchst in ausreichendem Maße in diversen Supermärkten. Lediglich wenn du ins nördliche Schottland kommst findest du vorwiegend kleine Lädchen in Tante-Emma- Größe. Aber auch die sind gut sortiert.

Der Brite

ist so, wie es das Klischee besagt. Ja wirklich! Wenn du offen bist, wirst du schnell mit den Menschen ins Gespräch kommen. Hunden gegenüber haben wir alle als sehr aufgeschlossen erlebt. Und auch das mit dem britischen Humor stimmt: Oft wussten wir bei einigen Scherzen gar nicht, was wir sagen sollten. Alle Briten auf die wir trafen hatten einen wahnsinnig trockenen Humor und strotzen so vor Ironie und Sarkasmus, dass wir immer erst einmal nachdenken mussten, ehe wir verstanden: die meinen das gar nicht so.

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Geld und Währung

Du bewegst dich hier außerhalb der Europäischen Währungsunion, daher haben wir diesen Punkt noch einmal mit aufgenommen. In GB zahlst du mit Pfund. Geldautomaten findest du in ausreichendem Maße und kostenlos Bares abgeben geht prima mit einer Premium-Kreditkarte, ansonsten gegen die üblichen Gebühren auch mit der normalen Maestro-Karte.

1 Britisches Pfund sind ungefähr 1,4 EUR (Stand 25.07.2015)

Den aktuellen Kurs findest du gut hier: http://www.onvista.de/devisen/waehrungsrechner.html

Super für unterwegs ist auch die App „Finanzen100 Währungsrechner“

Und sonst?

Eine ideale Ferienzeit für Großbritannien gibt es wohl nicht. Du solltest natürlich beachten, dass es hier immer ein wenig kühler und feuchter als daheim ist. Wir waren in den ersten beiden Oktoberwochen unterwegs und hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Zwar war es schon gut frisch und nachts hat es durchaus mal geregnet, aber es war alles noch im grünen Bereich. Entschädigt wirst du in dieser Jahreszeit nämlich auf jeden Fall durch satte traumhafte Herbstfarben und recht wenig Touristen!

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Du möchtest eher ab ins Warme? Dann ist das hier vielleicht was für dich:

Reisen mit Hund- die besten Spontantrips. Teil 1: Frankreichs schöne Küsten

Wenn du auch schon einmal in Großbritannien mit dem Hund warst: welche Erfahrungen hast du dort gemacht und wo hast du jeweils übernachtet? Was hältst du für die beste Reisezeit und was ist dein absolutes Must-have-seen?

Oder wenn du eine Tour auf die Insel planst, was fehlt dir noch an Infos?

Hinterlasse uns auf jeden Fall gerne dein Feedback oder deine Ergänzungen zum Artikel in den Kommentaren- wir freuen uns riesig!

Liebe Grüße

Andy, Miri und Skar


 

10 Antworten

  1. Martina
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    Liebe Miri, lieber Andy,
    ein sehr schöner Reisebericht. England und Schottland stehen auch auf meiner Liste. Schade, dass Ihr in Stonehenge ein bisschen Pech hattet.
    Viele Grüße (auch an Skar)
    Martina, Dayo und Suri

  2. Die Bilderbummler
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    Hallo Martina, schön, dass dir der Artikel gefällt! Ja, das mit Stonehenge war etwas ärgerlich, aber das heißt ja nur, dass wir noch mal wiederkommen müssen 😉 Dann vielleicht im Sommer, um die Landschaft noch einmal anders zu sehen und um uns auf die Ecken zu konzentrieren, die uns dieses Mal besonders gut gefallen haben… LG an euch drei von uns!

  3. […] wir uns so schlecht ent­schei­den kön­nen, gibt es mitt­ler­weile auch den zwei­ten Teil: Großbritannien– ab auf die Insel, ge­folgt von ei­nem Bericht über un­sere Trekkingtour in Schweden mit […]

  4. […] “Ab auf die Insel” ha­ben wir uns 2013 ge­dacht. Gesagt. Getan. Über Cornwall, Bath, hoch nach Schottland, durch die Highlands zur Atlantikküste und wie­der run­ter, vor­bei an Nessi bis in den mon­dä­nen Süden. Deinen Reiseguide für eine 2 – 3 Wochentour fin­dest du hier: Zum Artikel […]

  5. […] Skar freu­dig be­grüßt und will­kom­men ge­hei­ßen. Verbotsschilder, so wir wie sie in GB ken­nen­ge­lernt ha­ben, gibt es hier nicht. Skar konnte über­all frei her­um­lau­fen und […]

  6. 6 Grad Ost
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    Vor ein paar Jahren sind wir quer durch Südengland gereist. In diesem Sommer soll es Schottland werden. Wir wollen bis auf die Hebriden. Ich hoffe es klappt! Schöne Inspiration! Sonnige Grüße, Jutta

  7. Die Bilderbummler
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    Das klingt super! Schottland war unser Highlight auf unserer GB-Tour 😀 Liebe Grüße von uns dreien.

  8. […] veröffentlicht. Auf diese Art haben wir je zwei Wochen in Frankreich und in Großbritannien für unter 150 EUR p.P. verbracht (inkl. Lebensmittel, exkl. Sprit und […]

  9. Sandra
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    Hey ihr, das klingt ja nach einem tollen Roadtrip. Wir sind noch hier und erkunden England. Schottland haben wir bisher nur in einem kurztrip erlebt. Ich würde sagen Ende Dezember, Anfang Januar ist kein so gutes Reisemonat. Es ist seeeehr windig und nass.

    Fliegt ihr auch mit Hund? Da würden mich sehr eure Erfahrungen interessieren.

  10. Andy und Miriam
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    Hi, jaaaaa, das glauben wir gerne! 🙂 Wir fanden es im Oktober schon teilweise etwas ungemütlich mit Zelt. Mit Hund geflogen sind wir bislang noch nicht. Für eine 2-3 Wöchige Tour würden wir den Stress unserem Vierbeiner nicht antun wollen. Auch Akim ist ja so groß, dass er unten in den Frachtraum müsste. Wenn wir noch einmal die Chance auf 2 oder 3 Monate Sabbatical haben, würden wir uns das aber durchaus mal überlegen… 🙂 LG und weiterhin viel Spaß!

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