4 Gerüchte über Polarlichter

4 Gerüchte über Polarlichter

„MIRIAAAAAAAMM!!!!!!!!

KOMM GANZ SCHNEEEEELL!!!!!!!

POLAAAAARLICHTEEEER!!!!!!!!!!!!“


Soviel zu unserem Polarlichtererlebnis.

Niemals nie und nimmer nie im Leben hatten wir wirklich gedacht, dass wir in unserem diesjährigen Norwegenurlaub die Chance haben würden, Polarlichter zu sehen. Warum? Weil wir irgendwie immer und überall gehört hatten, dass die beste Zeit für Polarlichter der tiefste Winter ist.

Grund genug für uns, mit diversen Gerüchten endlich einmal aufzuräumen, hier bei uns auf dem Blog!

Wir verraten dir was an welchen Gerüchten wirklich dran ist.


1. Polarlichter kann man nur im Winter sehen

Natürlich muss es dunkel sein, um die Erscheinungen sehen zu können- klingt logisch, oder? Daher scheiden die hellen Sommermonate in Skandinavien erst einmal aus. Zwischen Mitte April und Ende August wird es gerade oberhalb des Polarkreises schlichtweg nicht dunkel genug des Nachts. Die Dämmerung geht nicht eine richtige Dunkelheit über, sondern dauert einfach an, bis die Sonne wieder beginnt aufzugehen.

Tatsächlich aber werden die stärksten Aktivitäten meist in den Übergangsmonaten vom Polarwinter in den Polarsommer gemessen. Das bedeutet die hellsten Lichter kannst du in den Monaten September, Oktober, März und in der ersten Aprilhälfte sehen.

Polarlichter - Andy Lorenz

Polarlichter auf Senja Anfang September 2015


2. Polarlichter kann man nur ganz oben im Norden sehen

Jain. Die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter sehen zu können ist natürlich hoch im Norden größer, als wenn du dich beispielsweise irgendwo oberhalb von Stockholm aufhältst, aber grundsätzlich hast du bei starker Aktivität sogar in Oslo und Stockholm an klaren Tagen eine kleine Chance. Schau mal hier, dies ist ein Beispiel für starke Aktivität:

Bildschirmfoto 2015-09-27 um 14.48.28

Hier kannst du sehen, dass die Aktivität bzw. Helligkeit unterhalb des Nordkapps noch höher ist, als ganz oben im Norden. Die Ausläufer sind südlich noch bis Nordschottland sichtbar.

Bildschirmfoto 2015-09-27 um 14.50.22

Und hier ein Beispiel für das Gegenteil. Dieses Mal liegt das Nordkapp direkt im Mittelpunkt der Aktivitäten, auf dem Polarkreis kannst du nun aber nur wenig bis gar nichts sehen.


3. Polarlichter sind immer nur kurz zu sehen und verschwinden dann wieder

Auch ein klares Jain. Du erinnerst dich an den ersten Satz dieses Posts? Also eher den Ausruf? 😉

Zunächst einmal muss man sagen: der Forecast sagte an diesem Tag lediglich Stufe 3 voraus. Wir dachten uns: das wird eh nix. Miri stand also schon Zähne putzend im Bad, als Andy gedankenverloren das Geschirr abtrocknend noch einmal auf dem Balkon ging.

UND DANN DAS!

Plötzlich musste alles ganz schnell gehen! Wir wollten unbedingt ein Foto von dem Spektakel machen.

„Ich glaube so schnell war ich noch nie angezogen“

schmunzelte Miri als wir schließlich im Auto saßen um einen guten Punkt für die Fotos zu finden.

„Auf Tempolimits können wir jetzt keine Rücksicht nehmen“

scherzte wiederum Andy, als er mit der maximal zugelassenen Höchstgeschwindigkeit um die scharfen Ecken der Serpentinen bretterte.

Wir hatten Stress. Richtig Stress.

„Mist! Stirnleuchte vergessen“

pfiff Miri durch die Zähne. Die Idee die Kamera im beleuchteten Autoraum auf das Stativ zu klippen kam ihr nicht. Also fummelte sie weiter im Dunkeln.

„Sind sie noch da? Sind sie noch da?!“

Ja. Sie waren noch da. Und sie blieben auch.

Polarlichter Senja 1 - Miriam Brandt (1 von 1)

Ehe sie wieder weg sind, lieber mal schnell an der ersten Ecke anhalten… 

Allmälig entspannte sich die Situation. Über uns tanzten die grellen Lichter. Mal gelb, mal grün, mal in allen Farben des Regenbogens. Mal hell, mal schwächer, mal wie ein Strahl, mal schienen sie sich über uns zu ergießen.

Zwei weitere Stellen schafften wir noch abzuklappern, ehe sie schließlich nach rund 2 Std. verschwanden. Dazwischen: genug Zeit, um das Spektakel gemeinsam zu genießen und die Kamera auch mal Kamera sein zu lassen.

Polarlichter 3 - Miriam Brandt (1 von 1)

Und kurz bevor sie verschwanden ergossen sie sich wie ein Sternenregen über uns- Wow!

Also ja: sie verschwinden irgendwann wieder, aber nein: nicht schnell.


4. Um Polarlichter zu sehen muss man Glück haben

Auch das können wir irgendwie nur so halb bestätigen. Wir haben tatsächlich im September an allen klaren Tagen Nordlichter beobachten können. Zwar hatten wir in den ersten Septembertagen leider noch ein paar Dauerregentage, sobald das Wetter jedoch aufklarte, waren sie sichtbar, sowohl an dem besagten Tag, wie auch am Folgetag, an dem wir uns nachts auf den Weg zum Nordkapp begaben, wie auch in der Nacht darauf, in der wir kurz hinter der Finnischen Grenze bei Enontekiö unser Zelt aufschlugen (leider haben sie sich nicht über unser Zelt geschlängelt- das hätten wir sonst gerne noch fotografiert…).

Grundsätzlich kannst du, wenn du in den o.g. Monaten unterwegs bist, an klaren Tagen zum Beispiel in Nordisland in 10 von 10 Nächten Polarlichter beobachten, in Tromso und Umgebung in 9 von 10 Nächten und in Finnisch Lappland in 7 von 10 Nächten. Wenn du da keine siehst, ist es tatsächlich nicht „kein Glück“ sondern eher Pech.


Unser Tipp

Als beste Reisezeit um Polarlichter zu beobachten empfehlen wir dir den September. Es liegt noch kein Schnee, du kannst also viel draußen unternehmen und die Temperaturen sind bei klarem Wetter mit Sonne tagsüber echt noch sehr angenehm.

Vor zwei Jahren waren wir im Mai dort oben unterwegs. Das Panorama mit all den schneebedeckten Bergen ist natürlich ein Traum und sucht seines Gleichen, viele Wanderwege waren jedoch noch gesperrt, nachts wurde es empfindlichh kalt (um 0 Grad), Museen waren ebenfalls noch geschlossen, so dass sich die Möglichkeiten Dinge zu unternehmen leider in Grenzen hielten. Vermutlich wird das Anfang April noch einen Tick extremer sein.

Wenn du lediglich tolle Fotos machen möchtest, geht natürlich nichts über grüne Lichter über tief schneebedeckten Gebirgsgipfeln- dann ist vielleicht doch Anfang April deine Reisezeit…

Plane für deine Tour auf jeden Fall mindestens eine Woche ein. Denn der ein oder andere bewölkte Tag mag nämlich dabei sein. Wir hatten Ende August/ Anfang September tatsächlich 10 Tage Dauerregen, teils mit Nebel. Da ist es natürlich ärgerlich, wenn du nur eine Woche eingeplant hast und die dir dann auch noch verregnet.


Und jetzt du

Hast du schon mal Polarlichter gesehen? Wie ist deine Erfahrung? Wann und wo war das?


Außerdem

…gibt´s hier unsere Tipps wie du Polarlichter am besten fotografieren kannst, was du dazu benötigst und wie du hinterher mit Lightroom noch ein bisschen mehr herauskitzeln kannst ➡ Polarlichter fotografieren, so klappt´s


Folge Andy und Miriam:

Hi, wir sind Andy, Miriam und Akim. Als zwei Vollzeit Angestellte meistern wir unseren Alltag in klassischen 9-5 Jobs und fühlen uns damit sehr wohl! Dass sich auch so ein Leben mit jeder Menge Abenteuer füllen lässt, zeigen wir dir auf unserem Blog