MARRAKESCH | 7 Highlights die du sehen musst!

MARRAKESCH | 7 Highlights die du sehen musst!

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Marrakesch! Stadt der 1001 Nacht Träume, wo sich orientalisches Flair durch enge Gassen zieht, Stadt des süßen Pfefferminztees und frisch gepressten Orangensaftes, Stadt der Gaukler, Störche und … Ganoven?

Am Vorabend erleben wir zwischen all dem aufregenden Lärm, den fremden Gerüchen und dem bunten Treiben auch aufdringliche Menschen und einen mehr als dreisten Taschendiebversuch. Wir sind reizüberflutet- von all den wunderschönen und aufregenden Eindrücken auf der einen Seite, und der großen menschlichen Enttäuschung auf der anderen Seite.

Direkt nach dem Frühstück die erste Folge der ständigen Anquatschattacken des Vorabends: Auf den 10 Metern zum Busstopp bereits wieder zweimal aufdringlichen Taxifahrern ausgewichen, kam an der Haltestelle ein Mann auf uns zu und begrüßte uns freundlich. Wir lächelten verhalten. „Parlez vous francais? Englisch? Deutsch? Espaniol? Hotel, hotel!“ Wir drehten uns um, ohne ihn weiter zu beachten. „Hömma“, meinte Andy dann. „war das nicht einer aus dem Hotel?“ „Oha, das kann sein, der kam mir auch irgendwie bekannt vor… vom Abendessen?“

Miri war betroffen. „Der wollte bestimmt nur nett sein und wir haben ihn einfach so dumm stehen lassen.“

Entschuldigend blickten wir uns um, aber da war er schon weg.

Obwohl wir uns immer vorgenommen hatten offen auf jeden Menschen zuzugehen, haben wir uns von den Gaunern und Laberköppen hier beeinflussen und den netten Hotelangestellten direkt vorurteilsbehaftet abblitzen lassen, ohne ihn genauer anzuschauen. Es macht uns wütend, dass ein kleiner Klüngel Schlitzohren und Abzocker es tatsächlich bei uns geschafft hat, hier erst mal jeden Einheimischen über einen Kamm zu scheren.

Der Busfahrer macht uns darauf aufmerksam, dass wir ihm zu viel Geld gegeben hatten, weil einige Münzen sich für uns noch immer stark ähnelten. Er gibt uns die falsche Münze zurück und auf die zweite noch das entsprechende Wechselgeld. Langsam versöhnen wir uns wieder mit der Stadt.

Am Djemaa el Fna angekommen, machen wir uns auf den Rundweg durch die südliche Altstadt. Das Wetter ist mild, die Sonne strahlt, die Stimmung ist wieder super. Auf geht’s! Wir machen uns auf die Suche nach unseren persönlichen Marrakesch Highlights!


Erster Stopp:

Die Koutoubia Moschee

Marrakeschs größtes Gotteshaus und aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Ihr Minarett diente als Vorbild für den Glockenturm der heutigen Kathedrale von Sevilla. Sehr schön: der dazugehörige Garten. Hier kannst du dich auf einer Bank im Schatten entspannen, oder einfach ein wenig abseits des Trubels durchs Grüne schlendern.

Wir stromern weiter Richtung Bibliothek und entdecken die ersten Störche auf einem Sendemast. „Sie sind da! Sie sind da!!!!“ Miri freute sich kaputt.

Zurück am Place Foucauld werfen wir einen kurzen Blick auf die Karte. Schon wieder sind wir von einem Pulg Menschen umringt. „Were you want to go? Vous cherchez, vous cherchez? Deutsch? Espaniol? I can bring you there, here, Taxi, Taxi“ Eilig gehen wir ein paar Meter weiter, bis wir in Ruhe Zeit haben, uns zu orientieren.


Kurz darauf liegt links vor uns:

Das Bab Agnaou

Ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert ist es eines der ältesten Stadttore Marrakeschs und hatte eher eine repräsentative Funktion. Gehen wir nicht links hindurch, sondern weiter geradeaus durch das Bab El Rhob, haben wir einen wunderschönen Blick auf das noch im Morgennebel liegende Atlasgebirge.


Unser nächstes Ziel sind jedoch die

Kasbah Moschee und die Saadischen Gräber

Hierzu durchqueren wir die enge Gasse, die hinter dem Bab Agnaou beginnt. Vor der Moschee patrouilliert Militär. Rechts um die Ecke finden wir dann etwas versteckt den Eingang zu den Gräbern. Wir investieren 10 Dirham für den Eintritt. Es ist recht voll und an jeder Ecke finden wir andere Touris mit privatem Führer.

Die ab 1917 restaurierten Gräber stammen aus dem 16. / 17. Jahrhundert. Begraben sind hier der saadische Sultan Ahmed al Masur und rund 60 weitere Mitglieder der saadischen Dynastie.


Weiter geht´s um die Moschee herum, durch die Rue Arset el Maäch und die Rue Touareg, vorbei am Marche Gouvert und dann rechts durch das Tor zum

El Badi Palast

Noch mal 10 Dirham Eintritt, die sich wirklich lohnen! Bei sommerhaftem Wetter spazieren wir durch das was vom Palast noch übrig ist. Überall auf den Mauern haben sich Störche niedergelassen. Andy ist in seinem fotografischen Element. Auf der Insel im ehemaligen Swimmingpool hat es sich ein Pärchen gemütlich gemacht und genießt so wie wir die Mittagssonne.

Etwas versteckt geht es eine holprige Treppe hoch zu einer Terrasse, von der aus man einen traumhaften Blick über die Medina, ins Atlasgebirge und natürlich auf all die dort sitzenden Störche hat.

Danach stromern wir vorbei am Bahia Palast über den Place des Ferblantiers, durch die engen Gassen des Jüdischen Viertels und weitere Souks zurück zum Djemaa el Fna.

Jetzt ist er voll von Gauklern und Schlangenbeschwörern, die wir am Abend zuvor nicht mehr gesehen hatten. „Guck mal, da hinten ziehen sie gerade ein Mädel ab.“ meinte Miri belustigt. Drei Herren legten ihr eine kleine Schlange um den Hals, während ein weiterer eine sich aufgerichtet Kobra in Schach hielt, neben der sie nun posen sollte.

Heidi Klum wäre stolz auf sie gewesen. Wir hörten sie förmlich kreischen „Ja, so ist´s gut Schantalle, du machst das richtig klasse! Guck mich mal an dabei! Man darf dir nicht ansehen, dass du Angst hast! Jaaaaaa!!! Wir haben´s, Schantalle, wir haben´s!“ Schantalle war stolz. Die drei Herren freudig erregt. Der Hut wurde aufgehalten. Verwunderte Blicke. Schantalles Freund zuckte einen Schein und warf ihn in den Hut. Ein zweiter Hut wurde aufgehalten. Der Trötenbläser wollte auch noch was. Der Freund begann abzuwehren. Die drei Männer kreisten sie ein. Einer bedrohte die beiden mit einer seiner Schlangen, die er in der Hand hielt. Er schmiss auch in den anderen Hut einen Schein. Und jetzt noch der Akquisiteur. Schantalle verlor die Beherrschung, der Freund nahm ihre Hand und zog sie weg. Zügig versuchte er mit ihr durchzubrennen, doch der Schlangenbesitzer rannte Ihnen hinterher und legte ihnen die Schlange um den Hals. Der Freund schreit, Schantalle weint. Der Freund zahlt.

Krass

Interessiert ziehen wir unsere Runden über den Platz. Einmal versuchten wir die Kamera zu zücken, jedoch kamen direkt von zwei Seiten Männer auf uns zugerannt, die uns mit Ihren Hüten in der Hand andeuteten, dass es koste, sie zu fotografieren. Dabei wollten wir sie doch gar nicht auf dem Bild haben- komisch. Es war ihnen egal. Also packten wir die Kamera wieder ein.

Stattdessen machten wir es uns auf der Dachterrasse des Le Gand Balcon Cafe Glacier gemütlich. Von hier aus hatten wir einen perfekten Blick auf das Treiben.

Wir entschieden uns für eine Tajine mit Lamm und Huhn. Dazu gab es sensationelles Brot und Oliven. Geschmacklich waren unsere Essen ebenso sensationell gewürzt, das Hühnerfleisch jedoch eher zäh. Der Service war freundlich, die Preise im Vergleich zu anderen Restaurants am Platz wirklich ok. Für die Tajines haben wir jeweils 55 Dirham bezahlt, für das Wasser 15 Dirham.

Es war erst drei Uhr. Das heißt, wir hatten noch genug Zeit, uns die Souks anzuschauen. Nochmal zurück in die engen Gassen, diesmal nach einer Weile links ab Richtung Koranschule. Hier kommen wir durch typische Touristenmärkte mit Markenware jeder Stilrichtung. „Guck mal: da hinten nähen die Adidas Jogginghosen“ zeigte Andy auf eine Näherei. „die nähen gerade den dritten Streifen auf!“ Miri drehte sich um. „Schenkst du mir einen Louis-Vitton-Einkaufsbeutel? Der Mann da vorne hat eine ganze Hand voll. Da: original Louis Vitton- kannst du sogar am Zeichen erkennen: LW“


Schnell raus hier. Die nächste Gasse ist spannender. Gewürze ohne Ende, Lederwaren, Musikinstrumente, Metzgereien. Dort hinten ein Eimer mit Rinderbeinen. Schließlich erreichen wir den

Rahba Kedima

Auf dem ehemaligen Sklavenmarkt kannst du nun Schildkröten und Chamäleons anschauen und selbstgestrickte Wollmützen kaufen.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung machten wir uns auf den Weg zurück zum Le Grand Balkon Cafe Glacier. Es war schwer, Plätze direkt am Geländer zu bekommen, doch nach ein bisschen Wartezeit rückten wir quasi vor. Wir genossen den Sonnenuntergang über den Dächern Marrakeschs bei einem traditionellen Minztee und beobachteten, wie sich der Platz langsam füllte, die Gaukler den Geschichtenerzählern und Boxern wichen und die ersten Essensstände aufgebaut und beleuchtet wurden. Dichte Rauchschwaden von ihren Grills legten sich über die Altstadt.


Ein schöner Tag neigt sich dem Ende.

Sensationell!


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Hi, wir sind Andy, Miriam und Akim. Als zwei Vollzeit Angestellte meistern wir unseren Alltag in klassischen 9-5 Jobs und fühlen uns damit sehr wohl! Dass sich auch so ein Leben mit jeder Menge Abenteuer füllen lässt, zeigen wir dir auf unserem Blog